Imkerei im ländlichen Raum um Bad Münstereifel

Gerade die Kleinbauern, die auf kargen Böden nur einen mäßigen Ertrag ihrer landwirtschaftlichen Produkte erwarten konnten, bewirtschafteten einige Bienenvölker, durch die sie den wertvollen Honig und das ebenso wertvolle Bienenwachs ernten konnten.

In Gebrauch waren freilich verschiedene Bienenwohnungen, von Strohkörben bis zu kleinsten Kästen mit einschiebbaren Rähmchen.

Für Geräte und Beutenteile und Bienenarten wurde wie Bienenatlas zeigt eigene Namen und Bezeichnungen angewendet, die nur hier verständlich schienen, die aber den Wissenstand der Imker erkennen lassen.

Auch Auseinandersetzungen gab es. So bittet der Verein Schönau den Bürgermeister, das Aufstellen fremder Bienenkästen im Bereich der Heiden, für die Zeit der Heideblüte zu untersagen. Es wird hier auch deutlich, welche Trachtmöglichkeiten seinerzeit bestanden.

Konkurrenz gab es damals auch schon. So wurde Anzeige erstattet gegen eine Firma, die künstlichen Honig herstellte und verkaufte, da dadurch das hohe Ansehen des Naturhonigs erheblich geschädigt wurde. Leider fehlen aus der Zeit des Nationalsozialismus vor dem Kriegsende entsprechende Unterlagen. Man kann aber davon ausgehen, dass die Verhältnisse bei anderen Imkervereinen mit unserem Verein vergleichbar sind. So beschreibt der Imkerverein Wershofen die Organisation der Imker im Reichsbund der Kleintierzüchter, Fachgruppe Imker eines jeden Bereiches.

Bei uns - Ortsfachgruppe Münstereifel- ist hier ebenfalls zu entnehmen, dass eine Zuckerzuteilung für die Einfütterung nur über die Abgabe einer Honigmenge möglich war. Gegen 3 kg Honig konnte 6 kg Zucker bezogen werden.

Der Zucker war nur über Bezugsschein zu haben. Hier war unterteilt in Frühjahrsfütterung und Herbstfütterung. 1950 gab es je Volk 10 kg Zucker. Der Bezug des Zuckers war steuerfrei.

Aber auch andere Imkerutensilien mussten über Bezugsschein erworben und nachgewiesen werden, Gläser, Rähmchen, Draht, Nägel. Neben dem Mitgliedsbeitrag, der 1949 5,00 RM betrug, wurde je Volk für Versicherungen 0,10 RM erhoben, zusätzlich je Mitglied 0,10 RM für die Seuchenkasse.

Die Bestrebungen, Imker auszubilden und weiterzubilden sind bis heute fortgesetzt worden. Neue Erkenntnisse, die vor allem durch die ständige Forschung bei den Bieneninstituten gewonnen werden, zwingen zu ständiger Neuausrichtung.

Zusammen mit den Bieneninstituten werden ständig Verfahren und Mittel untersucht um die Gesundheit der Bienen zu verbessern, und die Winterverluste zu reduzieren. Daneben wurden bei Ausflügen zu anderen Imkereien Erfahrungen ausgetauscht, und neue Erkenntnisse gewonnen.